Lauf- und Wanderfestival "Großer Plöner See"

 

Ein Besuch bei der Verwandtschaft in Schleswig-Holstein war schon längst fällig, und natürlich wird ein Ausflug in den Norden immer gern mit einem Lauf verbunden. Perfekt passte daher der Lauf um den Großen Plöner See in die Urlaubsplanung.

Angeboten wurden neben Walking- und Wandertouren sowie Staffelläufen Laufwettbewerbe über 37,2 Kilometer und die Marathondistanz. Letztere war mir für "zwischendurch" ein wenig zu lang, so dass ich mich für die "Kurzstrecke" entschied und diese mit "angezogener Handbremse" absolvieren wollte, um die Regenerationszeit möglichst kurz zu halten. Nach drei bis dreieinviertel Stunden wollte ich wieder im Ziel sein, so meine Planung.

 

Nachdem uns die geistlichen und weltlichen Oberhäupter der Stadt Plön -die Pastorin und der Bürgermeister- ihren Segen gegeben hatten, ging es los, rund um den Großen Plöner See herum. Die Strecke war sehr abwechselungsreich und gar nicht so flach, wie man das von Norddeutschland erwartet; man spricht nicht umsonst von der Holsteinischen Schweiz. Hier kam mir mein Training in unserer welligen Landschaft entgegen; hatten doch die norddeutschen Läufer Probleme mit den Steigungen und gingen regelmäßig am "Berg" ein. 

 

Nach einigen nicht wirklich attraktiven Kilometern an der Landstraße führte die Strecke mal direkt am Wasser entlang (wunderschön!), durch den Wald, an weitläufigen Feldern vorbei und durch die am See gelegenen Orte. Die abwechselungsreiche Landschaft war jedoch auch nötig, um den Lauf nicht zu eintönig werden zu lassen - spätestens an dem Abzweig, an dem die Marathonläufer die Strecke verließen, wurde es sehr einsam und ich habe mich oft genug gefragt, ob ich mich nicht verlaufen habe, da weit und breit kein anderer Läufer zu sehen war. Zudem wurde der Lauf von den meisten Einheimischen und Touristen absolut ignoriert; Beifall oder Anfeuerung gab es nicht, so dass die große Herausforderung war, in sich selbst genug Motivation zu finden, um ein gleichmäßiges zügiges Tempo beizubehalten und sich nicht in ein gemächliches Herumgetrotte zu verlieren. 

Dies ist mir gelungen: Ich absolvierte die Strecke in 2:57:16 h als Siegerin über 37,2 KM (und Gesamtvierte). 

Einen erholsamen Urlaub habe ich mir nun wohl redlich verdient!