Budapest: Mein 20. und schönster Marathon

 

Denkt man an Paris, kommt einem sofort der Eifelturm in den Sinn. Bei Rom mag man an das Kolosseum denken. Und was verbindet man mit Budapest? Bislang hatte ich überhaupt keine Vorstellung, mit welchen Sehenswürdigkeiten die ungarische Hauptstadt aufwarten könnte. Und wie es dazu kam, dass ich mich ausgerechnet für diesen Marathon angemeldet habe, weiß ich auch gar nicht mehr.

Nun, nach dem Lauf, steht für mich jedoch fest, dass dieser Marathon für mich der schönste war. Und leider auch der aus sportlicher Sicht enttäuschendste.

 

Die Strecke führte auf einem mit zahlreichen Wendepunkten gespickten Rundkurs an den nahezu unzähligen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei: Heldenplatz, Ungarische Staatsoper, Parlament, Kettenbrücke, über die Margareteninsel,…

Und wenn gerade kein tolles Bauwerk zu bestaunen war, lohnte der Blick über die Donau auf jeden Fall: Vom Hochnebel überzogen wirkte sie wie ein Gemälde, an deren Ufern sich ein bunter Lindwurm von Läufern schlängelte.

 

Auch die Zuschauer und die zahlreichen musikalischen Darbietungen an der Strecke ließen den Lauf zu einem Highlight werden. Es gab keinen Streckenabschnitt, auf dem den Läufern nicht zugejubelt wurde – doch leider konnte ich die ungarischen Anfeuerungsrufe nicht verstehen.

Das Musikprogramm reichte von A-Capella-Männergesang über Sambabands und Dudelsackmusik bis hin zum gemischten Opernchor. Genial.

 

Nur mäßig genial hingegen meine sportliche Leistung. Gut trainiert und höchst motiviert ging ich an den Start. Zweisprachig wurde von 10 bis 0 herunter gezählt, und dann ging es los…

Bereits nach dem ersten Kilometer war ich schweißüberströmt und einfach nur platt – als hätte ich bereits 30 Kilometer hinter mir. Dass der Mann mit dem Hammer so früh kam, war wirklich fies!

Der Lauf war von Anfang an ein Kampf. Anfangs noch gegen die Uhr, denn probieren wollte ich es ja doch, eine passable Zeit zu laufen. Später kämpfte ich nur noch gegen den verführerischen Gedanken, einfach auszusteigen und die Sonne am Donauufer zu genießen.

Bis zur Halbmarathonmarke konnte ich das Tempo noch halten (1:37 h), doch dann ging nichts mehr. Die Uhr zeigte mir erbarmungslos an, dass ich permanent langsamer wurde. Die Kilometer zogen sich….

Nach 3:29:22 h erreichte ich das Ziel als 36. Frau (von 788) und immerhin schnellste deutsche Läuferin. Fix und fertig. Und absolut begeistert von dieser phänomenalen Stadt und der tollen Strecke.