Frankenberger Fitnesslauf (von und mit Sandra Ricke)

 

"Sei fit - lauf mit" - unter diesem Motto fand am 30. Juni der 11. Frankenberger Fitnesslauf statt.

 

Was vor ein paar Jahren aus dem Gedanken, Kinder und Jugendliche zu Bewegung zu animieren, entstand, hat sich inzwischen mit knapp 1.300 Startern zum größten Breitensportevent unserer Region entwickelt. Hier geht es nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu vollbringen, sondern viele Menschen zu einem sportlich bewegten und bewussten Leben zu animieren. 

 

So kam im vergangenen Jahr einer der Initiatoren des Laufes - Andreas Schmaler - auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Laufpatin für diesen Lauf sein wolle. Da mir die Idee, andere zum Laufen zu animieren, gefallen hat, habe ich zugesagt und bin seitdem "Laufpatin" der Ortenbergschule in Frankenberg. Inzwischen habe ich diese Schule bereits zweimal besucht und in einem kleinen Vortrag von meiner Begeisterung für´s Laufen berichten können. (Die Kinder waren zwar ein bisschen enttäuscht, als ich ihnen gestehen musste, dass ich nicht ganz so schnell bin wie Usain Bolt, aber meine Ausführungen zum Marathon "Da läuft man 42mal einen Kilometer" haben das Ganze wieder wett gemacht. Und die Mädels wollten trotz allem Autogramme von mir haben.)

 

In diesem Jahr war ich natürlich wieder am Start und hatte mich für den Halbmarathon angemeldet. Ein Halbmarathon ist für mich an sich kein Problem - dieses Mal war ich im Vorfeld aber doch ein bisschen nervös, da ich seit meinem Marathon im April kaum noch lange Strecken gelaufen bin. Ich war mir sicher, 21,1 KM durchzuhalten - aber wie.... 

 

Da ich die Strecke (3 Runden durch den Park und die Frankenberger Umgebung, vornehmlich flach) schon kannte, erwarteten mich keine Überraschungen mehr, so dass ich mich ganz auf das Laufen selbst konzentrieren konnte. Meine Hoffnung war, in einer Zeit von 1:35 - 1:40 h das Ziel zu erreichen, und so startete ich den Lauf in einem 4:30er Kilometerschnitt. Und es bzw. ich lief - wie geschmiert! Jeder Kilometer war gleich; ich fühlte mich wie eine Laufmaschine, auf 4:30er Pace programmiert. Dazu beigetragen hat gewiss auch das tolle Frankenberger Publikum, welches die Läufer begeistert angefeuert hat. Eine tolle Atmosphäre!

 

Ab KM 15 machten sich doch die geringeren Laufumfänge bemerkbar, und es wurde schon schwerer, genug Motivation zum konstanten Weiterlaufen zu finden. Gefühlt trabte ich auf der Stelle - aber die Uhr zeigte weiterhin einen 4:30er Schnitt an, den ich bis zum Ziel halten konnte. Eine 1:35er Zeit, viel Spaß gehabt, und vom Muskelkater bin ich auch verschont geblieben - was will ich mehr? 

 

Dass ich als erste Frau im Ziel war, ist bei dieser Breitensportveranstaltung eher Nebensache und ging beim Zieleinlauf etwas unter. Aber vielleicht sollte man bei der Jagd nach neuen Rekorden und Spitzenplatzierungen öfter mal daran denken, worum es beim Sport eigentlich geht. Fit zu sein, ein gesundes, bewusstes Leben führen und mit Begeisterung dabei zu sein - FÜR den Körper, und nicht gegen ihn. 

 

Link zum Veranstaltungsbericht: http://www.fitnesslauf-frankenberg.de/index.html