Kyffhäuser Berglauf - Im Frühtau zu Berge....

Für dieses Frühjahr war ein Start beim Kyffhäuser Berglauf auf der Marathondistanz geplant, doch leider machte ein kurzer aber heftiger Magen- und Darminfekt dieses Vorhaben zunichte. Aus ärztlicher Sicht gab es grünes Licht für einen Lauf, aber für den Marathon fühlte ich mich nicht genug wiederhergestellt, zumal mein Körper sich seit Tagen gegen die Aufnahme von fester Nahrung bzw. Kohlehydraten wehrte. Also entschloss ich mich zu einem "Downgrade" auf die 22,2-KM-Distanz sowie dazu, den Lauf "nur" zu genießen und mit keinerlei Wettkampfambitionen an den Start zu gehen. 

 

Der Lauf wurde in Bad Frankenhausen gestartet und führte größtenteils auf Waldwegen durch den Frankenhäuser Forst. Dabei waren natürlich einige Höhenmeter zu überwinden - schließlich handelte es sich um einen Berglauf. 

Der Großteil der Höhenmeter konzentrierte sich auf die ersten 8 Kilometer - schätzungsweise 310 Höhenmeter sorgten dafür, dass der Lauf von Beginn an auch im langsamen Tempo anstrengend war. Anspruchsvoll war zudem das Wegeprofil. Zahlreiche Unebenheiten und Spurrillen erforderten hohe Konzentration.

Ich habe den Lauf sehr genossen, denn die Streckenführung war herrlich: Wald, wohin das Auge reichte, Vogelgezwitscher - und wenn man zwischen den Bäumen durchblickte, konnte man traumhafte Blicke auf die wellige Landschaft des "Kyffhäusergebirges" erhaschen. 

Das Highlight des Laufes war der Blick auf das Kyffhäuser Denkmal, welches sich majestätisch nach ca. der Hälfte der Strecke vor einem erhob, sowie die Streckenführung durch eine auf einer Anhöhe gelegenen Obstbaumplanatage. Ein Blütenmeer, Frühling pur!

 

Mein zurückhaltender Start machte sich bezahlt, denn ich absolvierte die Strecke in besserer Verfassung als gedacht und konnte sogar zwischendurch das Tempo etwas erhöhen und zahlreiche Läufer überholen - beflügelt von dem phantastischen Landschaftsbild. 

 

Zuschauer gab es unterwegs natürlich kaum. Allerdings wurde auf dem letzten Streckenabschnitt musikalische Unterstützung in Form eines Chores geboten, der fröhlich verschiedene Mundorgel-Weisen anstimmte, unter anderem "Im Frühtau zu Berge". Das passte!

 

Zu meiner großen Überraschung war meine Platzierung doch noch recht ansehnlich. Für die 22,2-Kilometer-Distanz benötigte ich 1:52:01 h und erreichte das Ziel als fünfte Frau sowie Zweite meiner Altersklasse W35. Allerdings fühlten sich meine Beine nach dem Lauf auch an, als bestünden sie aus Wackelpudding.

Mein Laufpartner Matthias war übrigens auch mit dabei und konnte an seinen guten 3-Berge-Lauf in der Vorwoche anknüpfen. Er erreichte das Ziel als 17. der Gesamtwertung und Altersklassendritter in 01:37:55 h und war damit ebenfalls sehr zufrieden.