Hermannslauf - ein Klassiker

Er fehlte mir noch in meiner Sammlung der "Hier-MUSS-ich-laufen"-Läufe: Der Hermannslauf. 31,1 Kilometer mit Start am Hermannsdenkmal bei Detmold bis zur Bielefelder Sparrenburg.

Allerdings war mir dieser Lauf schon von vielen Erzählungen meiner Laufbekannten aus Ostwestfalen bekannt - für viele Läufer gehört er fest in die Jahresplanung hinein. Mit der Planung für den Hermannslauf sollte man früh beginnen. Die Online-Anmeldung war am 6. Januar freigeschaltet, und bereits nach acht Stunden waren alle 7.000 Startplätze vergeben. Um sicher zu gehen, mit dabei sein zu können, habe ich mir den Wecker für Mitternacht gestellt und sofort nach Öffnung der Online-Anmeldung mein "Ticket" gesichert.

 

In der Vorbereitung bin ich in Dodenhausen gestartet und hatte hier ca. 950 Höhenmeter verteilt auf 26 Kilometern in den Beinen. Die 568 Höhenmeter des "Hermanns" schienen mir daher ein Klacks zu sein.... Meine Beine vermeldeten mir heute etwas Anderes. Der Lauf war wahnsinnig anstrengend, und die Treppen bei Lämmershagen waren mir sehr willkommen - weil ich hier endlich mal gehen konnte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. An "normalen" Bergen zu gehen, geht mir manches Mal gegen den Stolz, muss aber zuweilen doch mal sein (heute oft). 

 

Aufgrund des Streckenprofils (erstmal mehrere Kilometer bergab, dann wellig und mit drei knackigen Bergen versehen) war es schwierig, eine konkrete Zeit anzupeilen bzw. den Lauf irgendwie einzuteilen.

Bis zum letzten Drittel sah es so aus, als würde ich die magische Grenze von 2:30 Stunden unterschreiten können, doch die Erschöpfung setzte ein und ließ mich (gefühlt) nur noch daherschleichen - als kraftvolles Laufen kann meine Art der Fortbewegung jedenfalls nicht mehr bezeichnet werden.

 

Ich war glücklich, als ich endlich die Sparrenburg erreicht hatte - nach 2:35:23 Stunden, womit ich insgesamt zufrieden bin. Die Platzierung kann sich durchaus sehen lassen. Den Treppchenplatz in der Altersklassenwertung habe ich knapp verpasst (Platz 4 AK), und Platz 29 von über 1.200 Frauen ist ja gar nicht so übel. 

 

Ob ich nun auch vom Hermannslaufvirus infiziert bin, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Momentan bin ich erstmal nur froh, es geschafft zu haben. Ich habe ja noch bis Anfang Januar Zeit, mir darüber Gedanken zu machen....