Winterbahnlauf in Wetter

Im Winter stehen normalerweise Hallen- oder Crosswettkämpfe im Fokus. Bislang konnte ich mich weder für das eine noch für das andere begeistern.

Angetan hat es mir jedoch der Winterbahnlauf über 10.000 Meter in Wetter, an dem ich erstmals vor ein paar Jahren und nun wieder teilgenommen habe. Zu einer für Bahnwettkämpfe unüblichen Jahreszeit auf die Bahn zu gehen reizt mich mehr, als dies zur Hochsaison zu tun. 

Zugleich kann ein derartiger Lauf auch als Standortbestimmung dienen.

 

Ein Lauf auf der Bahn übt auf mich eine gewisse Faszination aus: Landschaftlich gibt es wenig zu betrachten, daher gilt die Konzentration einzig dem eigenen Tempo, dem Laufstil, der Motivation. Ich finde es faszinierend, wie sehr ich bei einem derartigen Lauf in der Lage bin, mein Umfeld auszublenden und einfach nur zu laufen - 25 Runden empfinde ich als kurzweiliger als beispielsweise einen 5mal 2-Kilometer-Rundkurs.

 

Glücklicherweise durfte ich bereits im ersten Durchgang starten - wohlwissend, dass ich als eine der Letzten die Ziellinie überqueren würde. Dies kann jedoch auch Ansporn sein: Bloß nicht Letzte werden! 

 

Auf der ersten Runde war ich tatsächlich Letzte - und ich hatte schon die traurige Vision, dass ich die letzten beiden Runden ganz allein würde laufen müssen. Dieser Gedanke kann schon frustrieren.

Zum Glück war das nicht so, denn im Verlauf der 25 Runden konnte ich doch den einen oder anderen Läufer "einsammeln" und hinter mir lassen. Viele waren es zwar nicht - aber Durchgangsletzte wurde ich auch nicht.

 

Nach einem starken Beginn (die ersten 5.000 Meter in unter 21 Minuten) baute ich leider ein wenig ab; der Wind kostete Kraft, und irgendwann verfiel ich in eine Art Trott, aus dem ich nicht mehr herauskam. 

Trotzdem bin ich mit meiner erlaufenen Zeit -42:18 Minuten- recht zufrieden. In der Frauenwertung hat dies für den zweiten Gesamtplatz gereicht; in der Altersklassenwertung sprang ein Sieg heraus.