Winterlauf in Köln-Porz - tierisch ärgerlich! 

Zum Einstieg in mein Wettkampfjahr 2015 startete ich beim Winterlauf in Köln-Porz: 15 Kilometer, die auf einem flachen Drei-Rundenkurs in einem Waldgebiet bei Köln-Porz zu absolvieren waren. 

 

Mein Ziel war ehrgeizig, aber nicht unrealistisch: Ich wollte den Lauf in einer guten 1:05er Zeit absolvieren und passte mein Tempo ab dem ersten Kilometer an diese Zeit an. 

Lange ging dies auch gut. Die erste Runde absolvierte ich in ca. 21:30 Minuten, nach zehn Kilometern zeigte die Uhr eine 43er Zeit an. Ich fühlte mich gut und war mir sicher, das Tempo bis zum Schluss halten zu können. 

 

Aber manchmal kommt es eben anders, als man denkt. Der Schnitt kam bei KM 11, denn hier gesellte sich ein Begleiter zu mir, den ich keinesfalls dabei haben wollte: Ein Hund, der sich von seinem Herrchen losgerissen hatte, und mir anscheinend Sympathien entgegenbrachte. Er umrundete mich, sprang an mir hoch, lief mir zwischen die Beine und ließ sich nicht abschütteln.  Dabei bewies er durchaus eine beachtenswerte Ausdauer und beeindruckende Sprintfähigkeiten.

 

Tiere mag ich zwar sehr gern, allerdings empfinde ich fremden Hunden gegenüber eine Mischung aus Respekt bzw. panischer Angst, vor allem, wenn diese beim Laufen in meine Nähe geraten. Wer weiß, ob nicht meine Wade ein perfektes Mittagessen für den Vierbeiner darstellt? 

Ich versuchte alles, um meinen kleinen Anhänger loszuwerden. Ich redete ihm gut zu, blieb stehen und brüllte ihn hysterisch an - erfolglos. Für andere Läufer konnte er sich ebenfalls nicht begeistern, und jegliches Ablenkmanöver blieb ohne Erfolg.

 

An eine Forsetzung des Laufes im anfänglichen Tempo war nicht zu denken, zumal ich durch regelmäßig eingelegte Pausen sowie Abschüttelmanöver a) aus dem Tritt und b) völlig außer Atem war. Wer dies nicht nachvollziehen kann, möge einmal versuchen, im Wettkampftempo lautstark (oder panisch?) in höchster Tonlage zu schreien und dabei souverän zu klingen. Eine Herausforderung für die Lungen. Und die Nerven.

 

Zu der Angst VOR dem Hund gesellte sich später noch die Angst UM den Hund, denn zwischenzeitig wich er auf eine Straße aus und wurde fast von zwei Autos angefahren, die dies nur noch durch eine Vollbremsung verhindern konnten. 

 

Das Ziel erreichte ich nach 1:07:12 Minuten - nervlich fix und fertig und kurz vor der Hyperventilation.

Mein Zeitziel habe ich nicht erreicht, aber immerhin Platz 3 der Frauenwertung. 

 

Meinen tierischen Mitläufer konnte man inzwischen einfangen und sich auf die Suche nach seinem Herrchen begeben. Auf der Strecke hatte ich zwar panische Angst vor ihm, aber nach dem Lauf haben wir Frieden geschlossen, und er hat eine Portion Streicheleinheiten bekommen....