Rennsteiglauf – mein Erster Ultra

von Klaus Uwe Poetzsch

Bevor ich den Laufbericht abgebe, möchte ich mich herzlich bei Sandra Ricke für viele kleine, aber feine Lauf- und Trainingstipps bedanken, und bei Kurt Jerchel und dem gesamten Lauftreff, weil sie mich immer gut motiviert und mitgezogen haben. Die Vorbereitung auf meinen ersten Ultramarathon war lang und oft einsam. Aber ich genieße es durchaus, in der Natur beim Laufen gut abschalten zu können. Gut vorbereitet bin ich also am 19. Mai 2017 nach Eisenach gefahren und habe meine Startunterlagen für den 45. Rennsteig-Ultramarathon abgeholt. Das Wetter war hundsmiserabel, heftiger Dauerregen und fast eisige Temperaturen von unter zehn Grad begleiteten meine Anreise. Nach der Weiterreise zum Zielort Schmiedefeld und einer kurzen Nacht war um 03:30 Uhr Rückfahrt nach Eisenach zum Start, der dann auch pünktlich um sechs Uhr erfolgte. Es waren noch knapp unter sieben Grad beim Loslaufen und es sollte auch den ganzen Tag nicht wirklich besser werden. Lediglich ab etwa 3km vor dem Ziel kam die Sonne richtig raus und bescherte uns allen etwas Frühling.

Langsam setzte sich der Tross von mehr als 2800 Startern in Bewegung und nach etwa drei bis vier Kilometern hatte sich die Gruppe so entzerrt, dass wenigstens keine Staus mehr entstanden. Ab Eisenach (215m) ging es gleich zur ersten Bewährungsprobe, denn es erfolgte ein Anstieg nach dem anderen, fast auf den gesamten ersten 25 Kilometern. Am großen Inselsberg (916m) probierte ich zum ersten Mal die „Rennsteigspezialität“ Haferschleim, lauwarm und ungesüßt mit Heidelbeeren -igitt-

Danach ging es ständig auf und ab, etwa 30km lang bis zum Grenzadler. Diese Strecke hat es echt in sich: Nicht nur die ständigen Steigungen und Gefälle, sondern auch sehr schwer zu laufendes Gelände. Der Boden bestand teils aus Wald, teils aus Schotter. Viele größere Steine ragten lose oder fest aus dem Boden und überall lauerten Baumwurzeln als Stolperfallen. Da hat es schon etliche, teils sehr unangenehme Stürze gegeben.

Ab dem Grenzadler geht es noch einmal heftig bergauf bis zum höchsten Punkt der Strecke, dem Großen Beerberg mit 974m geht es an Oberhof vorbei steil bergab und wieder hinauf auf den Rosenkopf (938m). Das war dann die letzte Steigung, ab jetzt geht es leicht bergab beziehungsweise eben voran bis zur letzten Getränkestelle Kreuzwege/Bierfleck. Da habe ich dann die zweite Rennsteiglauf-Spezialität probiert, einen halben Becher Köstritzer Schwarzbier. Das gab noch einmal einen richtigen Schub und unter Mobilisierung der letzten Kraftreserven gelangen mir die letzten fünf Kilometer (nach vorher 68,5 weiteren km) in der für mich sehr ordentlichen Zeit von 26:08min, was einem Schnitt von 05:13,6 entspricht.

Nach insgesamt 73,5 sehr harten Kilometern mit etwa 2000 Höhenmetern erreichte ich das Ziel in 09:39:36 Stunden. Das entspricht einem Durchschnitt von 07:53min/km. Ich hatte mir eine Zeit unter zehn Stunden vorgestellt und bin sehr glücklich, dieses Ziel auch realisiert zu haben.

Strecke: 73,5km, amtlich vermessen, ca. 2000 Höhenmeter, meine Laufzeit: 09:39:36Std., Platz 1320 von über 2800 Startern, Altersklasse M55 Platz 177 von 419 Startern, Geschwindigkeit: 07:53min/km

Dieser Lauf hat sehr viel Spaß gemacht und wird sicher nicht meine letzte „Überlänge“ gewesen sein.

Korbach, im Mai 2017,

Klaus Uwe Poetzsch